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Asienspiele-Gold: Tom Kim entgeht dem langen Militärdienst

Mit einer fehlerfreien 64 holt Tom Kim Gold bei den Asienspielen in Nagoya und wird damit von Südkoreas 18-monatigem Wehrdienst weitgehend befreit.

Fehlerfreie 64 zum Gold

Unter großem Druck hat Tom Kim das wichtigste Turnier seiner bisherigen Laufbahn gewonnen. Der 24-jährige Südkoreaner sicherte sich am 3. Oktober bei den Asienspielen 2026 die Goldmedaille im Einzel der Herren.

Vier Wochen statt eineinhalb Jahre

Für Kim geht es bei diesem Sieg um weit mehr als eine Medaille. In Südkorea müssen die meisten wehrfähigen Männer 18 bis 21 Monate Militärdienst leisten. Gewinnt ein Athlet bei den Asienspielen Gold, wird er von diesem Pflichtdienst weitgehend befreit. Kim muss nun nur noch eine vierwöchige Grundausbildung absolvieren und 544 Stunden sportbezogene ehrenamtliche Arbeit leisten. Damit bleiben ihm rund 14 bis 17 Monate erspart, die er sonst nicht auf der Tour verbracht hätte.

Ein Geheimnis hatte Kim aus diesem Ziel nie gemacht. Schon vor der Schlussrunde berichtete Golf Digest, der Koreaner kämpfe darum, dem Militärdienst zu entgehen. Nach dem Sieg stellte Kim dennoch etwas anderes in den Vordergrund: „Ich bin noch stolzer darauf, dass ich meinem Land eine Medaille bringen kann." Über die Freistellung habe er während der Runde nicht nachdenken wollen: „Ich habe versucht, nicht daran zu denken. Ich wollte einfach mein Bestes für mein Land spielen. Das ist ein großer Schritt. Den Druck, den ich diese Woche gespürt habe, werde ich in den kommenden Saisons nutzen können." Sichtlich bewegt fügte er hinzu: „Es ist unglaublich. Ich hatte ein Ziel, und Korea vertreten und die Goldmedaille gewinnen zu dürfen, das werde ich in meiner Karriere nie vergessen."

Krönung eines starken Jahres

Der Erfolg in Japan passt zu Kims Comeback in diesem Jahr. Im Juli hatte Kim Joo-hyung, so sein voller Name, die Genesis Scottish Open gewonnen und beendete damit eine dreijährige Durststrecke ohne Sieg auf der PGA Tour. Dazu kommen jeweils zwei Siege auf der Asian Tour und der Korean Tour. Bei der Open Championship 2023 wurde er geteilter Zweiter.

Eine Regel mit Tradition

Die Befreiung vom Wehrdienst für Medaillengewinner hat in Südkorea eine lange Geschichte und eine große kulturelle Bedeutung. Ganz unumstritten ist sie aber nicht: Immer wieder wird darüber gestritten, wie gerecht die Regel ist und wie weit sie reichen sollte. Das bekannteste Beispiel der jüngeren Vergangenheit ist Fußballstar Son Heung-min. Kim gehört nun zu den wenigen Golfern, die in den vergangenen Jahren auf diesem Weg vom Militärdienst befreit wurden.

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